Protokoll Qualitätszirkel Umweltmedizin Rhein-Neckar

Sitzung vom 7.5.98 in Mannheim

Frau Dr. Marie-Thérèse Eiselé berichtete über die Anwendung homöopathischer Verfahren in der Behandlung umweltmedizinischer Erkrankungen.

Neben der "klassischen" Homöopathie nach Hahnemann entwickelten sich weitere Therapiemodalitäten nach dem Prinzip "Gleiches mit Gleichem" zu therapieren. Die Therapeutika werden nach D, C und LM-Potenzierung hergestellt, wobei niedrige Potenzen (z.B. D3 bis D4) nur eine kurzzeitige Wirkung von ca 3 Stunden, mittlere Potenzen (D12) ca 12 Stunden und höhere Potenzen (D30) eine Woche wirken. Die "Erstverschlimmerung" der Symptomatik ist dabei in den niedrigen Potenzierungen geringer ausgeprägt.

Die niedrigen Potenzen besitzen eine ähnliche Wirkung wie die "Ursubstanz", in höheren Potenzen ändert sich die Wirkung, bedingt durch zunehmende Verdünnung der Wirkstoffe und die dann (hypothetisch) nur noch vorhandenen "elektromagnetischen Informationen" der Stoffe in den Trägersubstanzen (Wasser und Alkohol).

Niedere Potenzen werden hauptsächlich in der Therapie somatischer Beschwerden, höhere Potenzen bei psychischem Wirkungseffekt eingesetzt. (z.B. Nux vomica in niederer Potenz bei Entgiftung in der Umweltmedizin, in höherer Potenz bei psychischer Symptomatik von alterierten, agitierten o.ä. Zuständen).

Die Wirkung der homöopathischen Therapie ist trotz vieler Erklärungsmodelle letztlich ungeklärt. Hingewiesen sei auf die Arbeit von Edzard Ernst im Ärzteblatt 94, Heft 37 (12.9.1997) S A 2340

Speziell in der Behandlung umweltmedizinischer Erkrankungen wird nach dem Prinzip vorgegangen, daß Antidote in niedriger Potenz verwendet werden.

Zur Therapie von Schwermetallbelastung wird Argentum nitricum D12 2x5 Tr. über 4 bis 6 Wochen (speziell Hg-Belastung) gegeben.

Bei Schädigung durch Bakterientoxine Okoubaka D3 3x1 täglich über 3-4 Wochen.

Zusätzlich wird die Organentgiftung durch Systemanregung unterstützt: Berberis D6 (Leber und Niere), Nux vomica D6 bis D 200 (Leber), Solidago D12 (Niere).

Nach erfolgter "Entgiftung" wird im Sinne der klassischen Homöopathie mit Konstitutionsmitteln weiterbehandelt.

Bei Einwirkung elektromagnetischer Strahlungen empfiehlt sich die Gabe von Phosphorus D30, bei "Erdstrahlen" Silicea D30.

Das Problem in der Umweltmedzin besteht in der sehr großen Zahl möglicher schädigender chemischer und physikalischer Einwirkungen und deren Effekt im low level Bereich mit meßtechnisch nur schwer erfaßbaren (und damit auch nachweisbaren) Veränderungen von Zellfunktionen. Somit wird auch im Bereich der Homöopathie eine spezielle Umwelthomöopathie gefordert, die diese Effekte umwelttoxischer Substanzen berücksichtigt. Unter dem Aspekt, daß ein Teil der umweltmedizinischen Erkrankung auf genetisch determinierte Suszeptibilität zurückzuführen sind, erhalten Therapien mit "Erbnosoden" vielleicht einen neuen Auftrieb, wobei die eugenische Therapie mit Tuberkulinum, Luesinum, Psorisinum und Medorrhinum in diesem Sinne der aktuellen Situation nicht mehr gerecht werden können.

(Dr. M. Mayer)