und Einladung zum Treffen am 28.9.2000
Sitzung vom 13.7.2000 in
Mannheim
Teilnehmer: G. Eisermann, B.
Musselmann, G. Beumer, W. Bär, C. Thomalla, S. Bilger, J. Braun, M. Jansen, M.
Mayer
entschuldigt: Bayerl,
Cremer, Fuchs, Mersch-Sundermann, Wachter, Wesch
Vortrag
Häufige Allergene: Terpentine (Teebaumöl) - alte, angebrochene Produkte
besitzen höheres allerg. Potential; Naturkosmetik (Propolis, Composite-Mix =
Korbblütler), Methylisothioc. In der Raumluft (Ersatz für Formaldehyd in
Öko-Farben)
Literaturhinweis: Prof. w. Mücke (Hrsg.): Chemikalien- Sydrome -
Fiktion oder Wirklichkeit, Tagung 23.3.1999. Bezug: Institut für Toxikologie
und Umwelthygiene der TU München, Lazarettstr. 62, 80636 München (24.- DM)
Qualitätssicherung
im Labor (Zertifizierung)
Psychosomatik: Untersuchung von "Amalgam"-Patienten:
vermehrte psychische Auffälligkeiten (wie subklinische Depresssion,
Ängstlichkeit, Somatisierung) ohne Unterschiede in der toxischen Belastung zur
Vergleichsgruppe
Es
wurde angeregt, auch von anderen Fächern ähnliches zu berichten!
(Protokoll: Bilger)
(bereits vor dem Bayr. Landtag dargestellt, dort auf nur
geringes Interesse gestoßen)
Standardisiertes Vorgehen ist erforderlich, eine
Arbeitsgruppe Standardisierung ist gegründet.
Anamnese: Hilfsmittel
Fragebögen/Gespräch
Analytik nur, wenn
sich aus der Anamnese eine tragfähige Hypothese ergibt. Wenn eine Präsenz
verdächtiger Substanzen eruierbar ist.
1. Innere Belastung
2. Biologische Effekte durch
Belastungen
3. Empfindlichkeit
4. Äussere Belastung
Oxidativer Stress: Enzymaktivitäten / Genpolymorphismus
Schimmelpilz-Belastung: IgG-AK gegen Schimmelpilzallergene
Folgeanamnesen/Laborverlaufskontrollen.
individuell- immunologische Kompetenz als Grundlage der
multifaktoriellen Pathogenese (individuelle Suszeptibilität) prägt das Bild der
umweltmedizinischen Krankheiten.
LabNet (eine neue Initiative zur Qualitätsverbesserung in der Labordiagnostik) empfiehlt bei bestimmter Fragestellung die dafür indizierten Laborparameter.
Nachfolgend Stichworte zu:
Markerauswahl: Halbwertszeiten der Noxen muss beachtet
werden
repräsentative Probe:
Material /Probengefäße (head
space Röhrchen für flüchtige Substanzen)
Analyseverfahren
(Kryofokussierung bei Gaschromatographie)
PCP (Serum)
PCBIPHENYLE(Glasröhrchen mit
Teflon - Membran)
Metalle (Blei: EDTA-Blut, Hg: Blut und Urin ohne Ansäuerung, Al:
Röhrchen ohne Kaolin)
Formalin: Ameisensäure kann
nicht herangezogen werden. Auch existiert kein Suszeptibilitätsmarker für
Formalin.
Empfänglichkeitsmonitoring:
GST T1-Aktivität: max. 2 Tage stabil,
MELISA: (Allergie vom
verzögerten Typ IV) Vacutainer - Röhrchen oder CPDA Röhrchen von Saarstedt.
MDA (Malondialdehyd) tiefgefroren!
HAARANALYTIK: in weiten Bereichen reliabel, Permethrin als
Beispiel.
a) Hirnperfusionsszintigraphie mit 99mTcHM
Cortex-Darstellung mittels Blutfluss: PCDD/PCDF - Belastung
mindert Perfusion in praefrontalem Bereich. MCS stellt sich nicht mit einer Perfusionsstörung dar, nur,
wenn eine akut belastende Schadstoff- Exposition vorliegt.
b) Müller: Hirnstammrezeptorenszintigraphie (Basalganglien
: Darstellung von motorischen, kognitiven und emotionalen Störungen
repräsentieren das extrapyramidale
motorische System)
Dopamin-D2 Rezeptoren (Funktion: öffnen
postsynaptische Membran) im Striaton
lassen sich mit I-123-Jodobenzamid(IBZM) darstellen.
Chemikalien (Phenothiazine, Butyrophenone, Morphinderivat
MPTP, Vinylchlorid, Lösungsmittel, PCP, Pestizde, Formaldehyd, Hg) verursachen
Hirnleistungsstörungen und (weniger häufig) Koordinationsstörungen, die im
Basalganglien/Cortex Quotienen sich ablesen lässt.
Fallbeispiel Muhammed Ali: wahrheinlich toxisches Parkinson
(das Haus in seinem Trainingscamp war mit Cresol „geschützt“ worden)
NB: CFS ist assoziiert mit Antikörperbildung gegen
Serotonin, nicht aber MCS.
Das Gutachten muss folgenden Aufbau haben:
-Auftraggeber,
-Gutachtensauftrag,
- vorhandene/zur Vefügung gestellte Unterlagen,
mitwirkende
Hilfspersonen,
-ausführliche Anamnese,
-durchgeführte Untersuchungen unter Benennung der Methoden
und Geräte,
-festgestellte körperliche und psychische Veränderungen
(Befunde),
-medizinische Bewertung unter ausführlicher Begründung
(Diagnose),
-wenn gefordert: Therapiekonzept,
-Liste der verwendeten wissenschaftlichen Literatur,
-Versicherung der Richtigkeit des Gutachtens nach bestem
Wissen und Gewissen,
-Datum und eigenhändige Unterschrift
Das Fehlen auch nur eines der angeführten Punkte macht das
Gutachten formal nichtig!
Für umweltmedizinische Fragestellungen muss der Gutachter
-approbierter Arzt sein,
-Umweltmediziner sein,
-muss als Voraussetzung sowohl Behandlungserfahrung und
wissenschaftliche Qualifikation haben.
-da der
Gutachter für die Richtigkeit seiner Aussage haftet, muss er sich fachlich
korrekt verhalten. Falls er nicht kompetent genug ist, eine gesicherte
Stellungnahme abzugeben, ist das Gutachten abzulehnen.
Auf die Frage, wie kann denn Umweltmedizin in der
Kassenarztpraxis überhaupt noch durchgeführt werden, gibt es zur Zeit keine
Antwort.
Nächste Termine: Umwelt-Messe
"trend" am 15.10.2000 in Heidelberg
Gemeinsames Treffen
mit den Freiburger Ärztinnen und Ärzten für Umweltmedizin e. V. am 23.10.2000
in Rastatt
Nächste Treffen des
QZ: 28.9.2000 und 16.11.2000 in Mannheim