Protokoll des Qualitätszirkels Umweltmedizin Rhein-Neckar

 

 

Sitzung vom 28.09.2000 in KV Mannheim

 

 

 

Tagesordnungspunkt 1: Aktuelle Termine Präsentation des Qualitätszirkels Umweltmedizin auf der „Trend“ in Heidelberg am 14.10. 2000 und 15.10.2000 mit zwei Beiträgen (Dr. Bilger, Dr. Mayer).

 

 

Tagesordnungspunkt 2: Auswertung der Evaluationsbögen: Sinnvoll ist die „Aktivierung“ der Mitglieder des Qualitätszirkels Umweltmedizin. Die in der Evaluation (Juni 2000) dargestellten Ergebnisse machen eine Gesamtbewertung des Qualitätszirkels „gut“ deutlich.

 

Tagesordnungspunkt 3: Vorstellung aktueller Fälle ( Dr. B. Musselmann) 34 jährige Frau, vor vier Jahren erstmals Kontaktaufnahme mit der Praxis. Habitus leicht adipös, klagt über Parästhesien in den Füßen. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Meier´sche Grundgelenkreflex links positiv, rechts negativ beschrieben, ansonsten unauffälliger Status.

 

Neurologische Fachkonsil: Verdacht Kleinhirn-/Hirnstammapoplexie. Jetzt fällt ein trampelnder Gang auf, psychisch aggressiver als früher. Labor: BKS-Beschleunigung. Von der Patientin selbst wurde Amalgam als Auslöser angeschuldigt, obwohl ein negativer Dimavaltest vorlag. Nach Amalgamsanierung (Eigeninitiative der Patientin) passagere Besserung.

Wiedervorstellung 7/2000. Symptomatik: Gleichgewichtsstörung., Paraparese, Parästhesie und Dyspareneuie. Labor: Zytomegalievirusantikörper positiv, ANA 1/320, Varizellen Antikörper positiv, im Liquor keine oligoklonalen Banden. Im MR Nachweis von Marklagerherden . Es wird die Diagnose einer Encephalomyelitis disseminata gestellt. In der weiter zurückreichenden Anamnese erinnert sich die Frau an eine 1992 durchgemachte FSME Impfung, einigen Wochen danach sei eine Encephealitis hochdosiert mit Kortison therapiert worden.

 

Als mögliche Auslöser für MS werden unter anderem auch diskutiert: FSME Impfung bzw. Infektion, Masern, Varizellen, Röteln, autochton. Die Problematik der Labordiagnostik wird erörtert. Ein zuverlässiges Diagnostikschema und eine adäquate Analytik sind Voraussetzung zur Bewertung der Ergebnisse.

Anmerkung zur Therapie: Derzeit sind neben MTX lediglich Interferon und Infusionen von 7S Immunglobuline wild als wirksam eingestuft. Die von Franke im Selbstversuch inaugurierte Dispergualininfusion wird widersprüchlich gewertet.

 

Nachtrag zur Fallvorstellung von Herrn Dr. Jansen: Chinesin mit chronischem Müdigkeits-Syndrom Aborte 9/99 und 5/2000 wurde von dem behandelnden Neurologen mit der Diagnose somatoforme Störung versehen. Auf Anraten einer Elektroakupunktur- Zahnärztin ließ sie sich Amalgamfüllungen gegen den ärztlichen Rat entfernen. So   ? eine Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft trat eine Neurodermitis auf. Wichtig: keine Amalgamsanierung in der Frühschwangerschaft wegen embryotoxischer Auswirkung. Das Thema wird in einer späteren Veranstaltung weiter aufgearbeitet.

 

Nachtrag (Dr. Jansen) Allergiediagnostik über Lymphozytentransformationstest bzw. MELISA. Diese Untersuchung weist im Vergleich zum Lymphozytentransformationstest keine Vorteile auf, sie sind in ihrer Aussagekraft nicht sicher, vor allem nicht als prospektive Testung. Die Kosten im Vergleich zu Epikutantestung sind zu hoch.

Die Diagnose von Immunglobulin G- Antikörpern bei allergischen Erkrankungen wird ohne Relevanz für die Erkrankung angesehen.

 

Das gemeinsame Treffen mit dem Qualitätszirkels Umweltmedizin Freiburg findet am Montag den 23.10.2000 um 20:00 Uhr in Rastatt im Ringhotel Schwert statt.

 

 

Protokoll: M. Mayer