Protokoll Qualitätszirkel Umweltmedizin Rhein-Neckar

Sitzung vom 2.7.98 in Mannheim

 

1. Präsentation des Qualitätszirkels nach außen, Öffentlichkeitsarbeit

Herr Mayer machte den Vorschlag, nach dem Beispiel des Freiburger QZ Umweltmedizin einen Verein zu gründen, der in der Öffentlichkeit auftreten (und damit indirekt auch für die beteiligten Kollegen werben) könne. Außerdem könnten Kontakte zu Umweltdezernenten der Städte und Gemeinden gepflegt werden. Als Beispiel für eine solche umweltmedizinische (umweltpolitische) Aktivität berichtete Herr Henning von der "Schloßberginitiative" in Heidelberg (Verkehrsbeschränkung, Lärmreduzierung). Die Frage "Vereinsgründung" wurde kontrovers diskutiert. Eine Entscheidungen hierüber wird nach Kontakten mit den Freiburger Kollegen (über Herrn Pabst) zu fällen sein.

 

2. Umweltmedizin im Praxisalltag

Zu Beginn berichtete Frau Manigault über die Schwierigkeiten (die wohl alle erlebt haben), Umweltpatientent im Praxisalltag gerecht zu werden, ohne daß die Sprechstunde gesprengt wird. Diskutiert wurden: eigene Sprechzeiten, private Liquidation, Kassenzugehörigkeit der Umweltpatienten (Interesse vorwiegend bei EK-Patienten, kein Interesse bei AOK-Mitgliedern, besondere Betroffenheit der LKK-Versicherten: häufig Kontakt mit Insektiziden ohne ausreichende Sorgfalt). Gegenüber der Anspruchshaltung der Patienten sei Umdenken angesagt (Naturheilverfahren beim Heilpraktiker würden anstandslos bezahlt). Vorgeschlagen wird eine einheitliche Informationsbroschüre über umweltmedizinisches Angebot für Patienten der Praxis. (Ausarbeitung eines Entwurfs durch die Kollegen Eitner und Mayer)

Einzelne Fallbeispiele werden besprochen: Beschäftigte einer Heißmangel, die mit der Substanz "Tryplosan" Kontakt hatte; Patient mit Schwindelattacken (Teppichboden ?).

Informationsmöglichkeiten über einzelne Substanzen:

Vergiftungszentrale der BASF (Tel. 0621/60-0 oder 60-4040),

BG Chemie (Heidelberg, Tel. 06221/523-0, Fax 523-323),

CD-Rom der Fa. Merk (kostenlos erhältlich Fa. E. Merck, Frankfurter Str. 250, 64293 Darmstadt, Fax 06151/72-2000)

(Sicherheitsdatenblätter der Herstellerfirma).

 

3. Spezielle Substanzgruppen

Bei den nächsten Treffen soll jeweils eine Substanz(gruppe) schwerpunktmäßig behandelt werden (worauf sich dann alle vorbereiten können!):

Pyrethroide, Benzol/Toluol/Xylol (Walch), Formaldehyd, DDT, PCB/Lindan, Lärm (Eisele), elektomagnetische Felder (?)

 

4. Arbeitsmedizin

Diskutiert wurde über Umfang der notwendigen Untersuchungen. Bei einem der nächsten Treffen soll Herrn Reinecke Gelegenheit gegeben werden, sein Angebot vorzustellen.

 

5. Nach Ende des Protokolls wurde angeregt, darauf zu achten, daß das Prinzip des Qualitätszirkels auf der aktiven Mitarbeit aller Teilnehmer beruhe, und nicht Vorträge von "Experten" oder vorbereitet Beiträge einzelner Mitglieder den Schwerpunkt bilden sollten.

  

Nächste Termine: 17. September, 12. November 1998 Stefan Bilger