Protokoll des Qualitätszirkels Umweltmedizin Rhein-Neckar

 

 

Sitzung vom 17.05.2001 in KV Mannheim

 

 

Teilnehmer: Dr. Musselmann, Allgemeinarzt, Wiesloch, Dr. Danzer, Hautarzt, Karlsruhe, Dr. Herkert, Allgemeinarzt, Waghäusel,  Dr. Ziegelmüller, HNO-Arzt, Mannheim, Dr. Eisele, HNO-Ärztin, Mannheim, Dr. Eicher, Allgemeinärztin, Eppelheim, Dr. Thomalla, Allgemeinärztin, Heidelberg, Dr. Bilger, Allgemeinarzt, Dossenheim

Entschuldigt: Dr. Braun, Dr. Beyerl, Dr. Henning, Dr. Fuchs, Dr. Jansen

 

Nach kurzer Vorstellungsrunde werden aktuell interessierende Themen abgefragt. Kollege Herkert als neuer Teilnehmer fragt, wie er als Niedergelassenen die praktische Zeit zum Erwerb der Zusatzbezeichnung ableisten könne. Einige Versuche, über die Ärztekammer Hilfe zu bekommen, haben ihn entmutigt. Es wird ihm geraten, sich direkt an Frau Dr. Beyerl zu wenden.

 

Herr Danzer berichtet über das "Kompetenzzentrum Umweltmedizin" (interdisziplinäre Umweltsprechstunde am Klinikum Mannheim) anlässlich einer dermatologischer Fortbildung in Karlsruhe. Frau Dr. Beyerl hatte dort eine Studie zum Schimmelpilzbelastung in Wohnräumen vorgestellt: keine Übereinstimmung zwischen der im Test nachgewiesenen Sensibilisierung bei dermatologischen Patienten (meist Alternaria und ?) und den in den Wohnungen gefundenen Schimmelpilzen (meist Aspergillus).

 

Anlässlich eines von Herrn Musselmann vorgestellten aktuellen Urteils über Kostenübernahme für Amalgam-Sanierung durch die Krankenkassen

(http://www.anwalt-suchservice.de/rechtsprechung/arzt_816.html)

berichtet Frau Thomalla über eine Patientin mit Quincke-Ödem, bei der vermutlich Amalgam als Auslöser beteiligt ist (konstruktive Unterstützung durch OA Dr. Barth von der Zahnklinik Heidelberg).

 

Fallvorstellung (Musselmann)

 

Mann, 49 Jahre, mit Kopfschmerzen am Arbeitsplatz (Computer), Reaktion auf "Wärmelacke", gegen Hyazinthen als Kind (Napthalin-Derivate), Alkohol: 3 Glas Rotwein/d (gGT 48), 94 kg/184 cm, Depression? Epicutantestung negativ. Patient will Attest für den Arbeitgeber, dass er wegen seiner Erkrankung nicht an dem neuen Computer-Arbeitsplatz arbeiten könne.

 

Diskutiert werden Drucker-Toner, Ozon aus Drucker bzw. Kopierer und Pthalate als möglich Auslöser der Beschwerden, auch rauchende Kollegen (Pat. ist Nichtraucher), psychische Einflüsse und problematisches Trinken.

 

Im vorliegenden Fall hatte der untersuchende Kollege auch an eine genetische bedingt Überempfindlichkeit (Störung der Entgiftungsfunktion) gedacht und mit dem Labor wegen möglicher Tests ausführlich Rücksprache gehalten. Durchgeführt worden war der Test auf Malondialdehyd (globaler Test auf oxidativen Stress).

 

Themenvorschlag für eine der nächsten Sitzungen: Information über genetische Diversifizierung und geeignete Tests (Laborarzt?)

 

Nächste Termine: 12. Juli und 11. Oktober 2001

 

Themenvorschläge: Andrologie und Umweltmedizin (Jansen), PCB an Schriesheimer Schule (Fuchs)

 

Protokoll: S. Bilger

 

 

 

Anlage: Liste von Schadstoffexperten (keine Empfehlung!) mit Bitte um Ergänzungen, ggf. Beurteilung/Kommentare