Mannheim, den 11.09.2002
Sitzung vom Donnerstag 13.06.2002
Anwesenheitslist: Dr. Bär, Dr. S. Bilger, Dr. H. R. Danzer,
Dr. Ch. Eicher, Dr. M.T. Eisele, Dr. F. Eitner, Dr. Henning, Dr. M. Jansen, Dr.
M. Mayer, Dr. B. Musselmann, Dr. Thimm, Dr. N. Herkert, Dr. G. Wesch.
Gast: Prof. Dr. A. Zenger
Prof. Dr. Zenger von der Uni Mainz stellte in einer
Übersicht die verschiedenen Wirkungsspezifika von elektrischen und magnetischen
Feldern dar. Die Inhalte seines Vortrages sind in dem von Herrn Bilger bereits
versandten Vorlesungsskript von Herrn Zenger
dargestellt [Prof.Dr.A.Zenger / FH Mainz, Skript zur Vorlesung: Klima und Lufthygiene Stand 10.5.2002]
Die „Rinderstudie“ des Landesamtes für Umwelt von Bayer wird
kurz vorgestellt. Rinder in der Nähe von Mobilfunksendanlagen zeigten ein
geändertes Verhalten, das als Stressreaktion auf die elektromagnetische
Strahlung interpretiert wird. Kollege von Henning zeigte anhand einer
Diskussion, inwieweit die Studienergebnisse vom Verfasser der Studie und von
der Politik unterschiedlich wiedergegeben werden. Da hinsichtlich des Studiendesigns
und der diskutierten Ergebnisse kein allgemeiner Erkenntnisstand vorliegt,
beschließt der Qualitätszirkel, im Laufe der nächsten Sitzungen die Studienlage
im Rahmen von Referaten transparenter zu machen.
Um die Bearbeitung möglichst vieler Studien zu
bewerkstelligen, soll jedes unserer Mitglieder anhand der beigefügten Liste
sich eine Studie zur Erarbeitung auswählen. Hierbei soll insbesondere auch
Augenmerk darauf gerichtet werden, inwieweit eine Verflechtung zwischen
Auftraggeber der Studie und den Ergebnissen möglich oder wahrscheinlich ist,
und inwieweit die Bewertung der Studie (Primärliteratur) in der uns
zugänglichen Sekundärliteratur, wiedergegeben wird.
Die Diskussion um die möglichen schädigenden Einflüsse
elektromagnetischer Strahlung ist zur Zeit sehr stark ideologisiert. Um einer
fatalen Entwicklung sowohl in die Richtung Verharmlosung als auch in die
Richtung Verteufelung dieser Technik entgegenzuwirken, wird zu einer
umfassenden, möglichst objektiven Meinungsbildung aufgerufen. Um mögliche
schädigende Folgen zu verhindern, sind präventive Maßnahmen erforderlich
(Verwendung von Mobilfunkgeräten, Platzierung von Sendemasten, Begrenzung der
Sendeleistung), außerdem Initiierung von Forschungsarbeiten (Kohortenstudien,
Dosiswirkungsrelationskurve) und Forderung nach technischen Entwicklungsarbeiten (Minderung der Sendeleistungen
von Mobilfunkgeräten – was technisch erreichbar ist muss auch umgesetzt
werden). Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz stellt in seiner
Stellungnahme vom 16.02.2002 eine entsprechende Vorgabe Handlungsanleitung dar.
(http://www.bfs.de/presse/presse02/pr0208.htm)
Wir Ärztinnen und Ärzte sollten sich in ihrer Funktion als
Gesundheitsberater insbesondere um den präventiven Aspekt bemühen und auf die
möglichen Gefahren von Mobilfunkgeräten hinweisen. Die zeitliche Nutzung dieser
Geräte ist auf ein Mindestmaß einzuschränken.
Übereinstimmend wird die Zahlen möglicher betroffener
Patienten, die in der umweltmedizinischen Praxis hinsichtlich dieses Themas
vorstellig werden, als sehr klein eingeschätzt.
Prof. Zenger weist auf die gesundheitlichen Risiken von
Radon hin: die Tatsache, dass jährlich 6 000 Todesfälle durch Radonbelastung in
Deutschland zu verzeichnen sind (weniger als durch Rauchen, Formalin und
Astbest), macht dieses Thema umweltmedizinisch sehr relevant.
Thema der nächsten Sitzung: Erweiterung des
umweltmedizinischen Fragebogens für den umweltmedizinischen Beratungsservice
Termin der nächsten Treffen: 26.09.2002 und 14.11.2002, um
20:00 in der KV Mannheim, Joseph-Meyer-Str. 17
Dr. Manfred
Mayer