Qualitätszirkel „Umweltmedizin Rhein-Neckar“: Protokoll vom 29.10.03

 

Teilnehmer: siehe Teilnehmerliste

 

Beginn 20.00 Uhr, Ende 22.45 Uhr

 

Prof. Mersch-Sundermann, unser Mentor in Sachen Umweltmedizin, war 2002 zu einem umweltmedizinischen Symposium in Monterey  USA. Von dort brachte er das Ranking der Umweltschadstoffe mit, wie es weltweit gesehen wird. In der Reihe der Bedeutung abnehmend sind:

  1. Umweltschäden durch Verbrennung ( Combustion )
  2. Tabakrauch
  3. Bioallergisch bedingte Schäden
  4. HVAC (Heat-Ventilation-Air-Conditioning) bedingte schädigende Einflüsse
  5. Feuchtigkeitsbedingte- pilzbedingte- Schäden
  6. Gesundheitliche Schäden durch radonhaltige Umgebung
  7. WOC, gesundheitliche Beeinträchtigung durch flüchtige Stoffe
  8. Mycotoxinbedingte gesundheitliche Schäden
  9. PCP/PCB
  10. einzelne andere Faktoren

 

Während Punkt 1, 4, 5, und 6 bei uns kaum eine Rolle spielen, liegen die umweltmedizinischen Schwerpunkte bei uns bei den übrigen Punkten.

 

Ein weiterer schwerpunktmäßiger Denkansatz ist, dass die schädigenden Einflüsse vor allem vor Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden sollen. Entsprechend werden die Schädigungen vor allem unter dem Aspekt gesehen, welcher Art von Folgen dort Schäden verursachen können.

 

In seinem Institut für Innenraum- und Umwelttoxikologie in Gießen wird u. a. sowohl in Forschung als auch Lehre über folgende gesundheitsschädigende Stoffe und Entwicklung von Testverfahren gearbeitet :

 

  1. Formaldehyd im Zusammenhang mit genetischen Veränderungen vor allem bei Kindern
  2. Einfluss von Tabakrauch besonders bei Kindern und Jugendlichen
  3. Feuchtigkeits- und Schimmelpilz bedingte gesundheitliche Störungen
  4. PAK´s im Zusammenhang mit  -  tumorigener Wirkstärke

                                                             -  tägliche Aufnahme

                                             -  Risikoextrapolation

                                                             -  Krebsrisiko

                                                             -  Ageing

      5. Einsatz von Duft- und Aromastoffe z.B Einsatz beim Marketing, zur gewollten,   

          direkten, zentralnervösen Beeinflussung

  1. Erarbeitung von populationsbezogenen Analysen ( Testsysteme), Bioeffekt-

Monitoring bei DNS-schädigenden Umwelteinfüssen, Dosis-Wirkungskurven

Bei Lymphozyten und dort vor allem über den Nachweis von Chromosomenbrüchen in Lyphozyten ( SCGE )       

 

Zu vorgerückter Stunde wurde der nächste Termin für den 29.1.04 festgelegt.    

 

Dr. G. Beumer, Mannheim, den 2.11.03