Teilnehmer: Dr. Robert Danzer, Hautarzt, Karlsruhe, Dr. Stefan Bilger, Allgemeinarzt, Dossenheim, Dr. Manfred Mayer, Internist, Mannheim, Dr. Berthold Musselmann, Allgemeinarzt, Wiesloch, Dr. Martin Jansen, Hautarzt, Heidelberg, Dr. Günter Beumer, Gynäkologe, Mannheim, De. Menelaos Zaloumis, Gynäkologe, Heidelberg, Dr. Holger Henning, Gynäkologe, Oftersheim
Beginn 20.00 Uhr, Ende 22.05
Uhr
1. Fallvorstellungen (Dr.
Jansen): ca. 25-jähr. Frau, Ekzem in der Vorgeschichte klagt nach Anschaffung
eines neuen Sofas über Atembeschwerden; problemlose Rückgabe an den Lieferanten
(Neckermann)
Medizinstudent, Anfang 20,
Schleimhautreizungen auf IKEA-Sofa der Freundin
eigene Erfahrungen mit stark reizenden Ausdünstungen aus neuen Einbaumöbeln;
Hypothese des Schreiners: Interaktion zwischen verschiedenen Chemikalien (die
für sich unproblematisch sind)
Die Frage ist nach der
„korrekten“ Vorgehensweise in solchen Fällen.
Problematische Stoffe:
1. Textilien, Imprägnierung
2. Polsterung (Latex,
insbesondere bei entsprechender Allergie)
3. Geruchsstoffe (Beispiel
neue Autos): Phtalate, Vinylchlorid
Da die Liste möglicher
Chemikalien sehr groß ist, ist es nahezu unmöglich, die tatsächlichen
Verursacher solcher Geruchsbelästigungen und Schleimhautreizungen einzugrenzen
(insbesondere wenn noch allergische Mechanismen dazu kommen).
Konkrete Vorschläge: Lüften,
Rückgabe an Verkäufer (sollte problemlos möglich sein); Einschaltung von Dr.
Gagelmann (der Erfahrung mit Innenraumbelastungen hat). Da etwaige
Schadstoff-Nachweise und Messungen aufwändig und teuer sind (möglicherweise den
Wert des betreffenden Möbels weit übersteigen), wird ein pragmatisches Vorgehen
propagiert; eventuell helfen auch Produktinformationen des Herstellers weiter.
In jedem Fall kann (und soll) beim Hersteller bzw. Lieferanten reklamiert
werden.
Weitere Gesichtspunkte:
Hierarchisierung der Schädlichkeiten (Mersch-Sundermann); Risiken eines
juristisch abgesicherten Vorgehens bzw. umfassender Ursachenaufklärung
(psychischen Belastungen des Verfahrens, finanzielle Folgen).
2. Andiskutiert wurden
Studien zu „Verschlechterung der Spermienqualität“ (adäquate
Vergleichsgruppen?) und zur Immuntoxikologie von Metallen (von Dr. Fuchs
zugesandt)
3. Weiteres Procedere:
Gestaltung und Einladung werden von den Teilnehmern reihum übernommen
(Entlastung des Moderators, der gewisse Ermüdungserscheinungen zeigt);
interdisziplinäre Fallbesprechungen werden als wesentliche Besonderheit des QZ
angesehen.
Nächster Termin: 30. September 2004
Protokoll:
Stefan Bilger