Protokoll Qualitätszirkel Umweltmedizin Rhein-Neckar

Sitzung vom 12.11.98 in Mannheim

Berthold Musselmann stellte den Fall eines 36 jährigen Patienten vor, bei dem im Juli einen Tumor an der Hirnbasis operiert worden war. Eine Rezidiv OP war nach kürzester Zeit erforderlich. Histologisch handelte es sich um ein Aesthesioneuroblastom. Berufsanamnese: Drucker. Darüber hinaus hatte er beruflich Perchloraethylen ausgefahren. Es wird diskutiert, ob eine mögliche Berufskrebserkrankung vorliegen könne. Zur Informationsbeschaffung werden als Ansprechpartner Oberarzt PD Dr. Christof Reisser der Berufskrebs- Arbeitsgemeinschaft der Universität HNO Klinik in Heidelberg. Von Herrn Ziegelmüller wird als Parallele die Holzstaub bedingte Carzinomentwicklung bei über 15 jähriger Staubexposition angeführt. Zur Prävention/ Früherkennung ist eine Berufsuntersuchung in 5 jährlichen Abständen bei entsprechender Exposition zu empfehlen. Die Untersuchungsgebühren betragen derzeit DM 150.-.

Herr Dr. rer. nat. Michael Schell stellte die Arbeit des Instituts für analytische Chemie Dr. von Nagel vor:

1. Wasser, Boden, Luft, Umweltanalytik (hauptsächlich konventionelle Diagnostik)
2. Raumluftuntersuchung (Hier wird betont, dass zur Bewertung der Analytik eine Zusammenarbeit mit einem Umweltmediziner gewünscht ist).
3. Die erstellten Untersuchungsergebnisse sind aufgrund der Akreditierung des Prüflaboratoriums gerichtsfähig.
Als Untersuchungsmaterialien werden Hausstaub/Luft/feste Materialien/Wasser beprobt. Biologische Materialien sind nicht untersuchbar. DM 200.- bis DM 250.- für Gruppenbestimmung z.B. PAK, Pyrethroide.
4. Literaturstudien zu Chemikalien/Sicherheitsdatenblätter werden zur Verfügung gestellt. Als Kosten werden 120.- DM pro Arbeitsstunde genannt.
5. MAK Arbeitsplatzwertbestimmung.
6. Elektrosmoguntersuchung wird nicht durchgeführt (hier eventuell Kontaktmöglichkeit über Igumed oder Herr Hartmann in Eberbach)

Herr Bilger regt an, ab 1.1.99 umweltmedizinische Patienten zu dokumentieren. Die umweltmedizinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen werden gebeten, statistisch verwertbare Angaben über die Betreuung umweltmedizinischer Patienten zur Verfügung zu stellen. Der Qualitätszirkel wird die Daten zur Demonstration seiner Arbeit publizieren.

Vorgestellt wird das "Patienteninformationsblatt Umweltmedizin" das die Praxen mit der persönlichen Adresse für die Patienten bereitstellen können. Das Layout wird als Datensatz zur Verfügung gestellt. Druck/Text sind individualisierbar. Als Kontaktadresse zum Bezug des Vorlagenpapieres (Folder): Paper direkt, Postfach 8008, 33307 Gütersloh, gebührenfreie Telefon Nr. 0130-811409, Fax 0130-828331.

Nächte Termine sind: Donnerstag den 28.1.99 20:00 Uhr c.t. und Donnerstag den 25.3.1999 jeweils KV Mannheim Sitzungszimmer.

(Dr. M. Mayer)