Protokoll Qualitätszirkel Umweltmedizin Rhein-Neckar

Sitzung vom 20.05.1999 in Mannheim

Nach Verteilung von Kopien über "Umweltsyndrome" (Bsp. MCS), Neurotoxine, querulatorischer "Umweltpatient" Vorstellungsrunde: Neu: Dr. Eustachi, Ambulanz der gynäkologischen Endokrinologie Uni HD (Fr. Prof. I. Gerhardt);

1. Frage Vereinsbeitritt, Näheres beim Treffen der QZ in Rastatt am 14.6.: PD Mersch-Sundermann berichtet über Stand der Umweltambulanz in Mannheim, u. U. Hörerschein für neues LB?

2. Beteiligung des QZ am DGN (Dt.Gesundheitsnetz)? Bei Kosten und z. Zt. noch schlechtem Service eher nicht, später erwägen;

3. Fall: "MCS" (selbstgestellte Diagnose) mit heroischem Kampf für Anerkennung; Gefahr: Schaden für Umweltmedizin als Ganzes und Fixierung des Patienten irreversibel,statt Problemlösung, besonders häufig (eigene Erfahrung) Borderline-Patienten, die zur Projektion sowieso neigen; aber: Berechtigung der "Erfahrunqsmedizin" nicht in Frage zu stellen, auch wenn z.T. Auffangbecken für solche Patienten. Auch in "wissenschaftlicher" Medizin häufig.

Anderer Zugang zum Patient: TCM (traditionelle chinesische Medizin); hier Versuch, individuelle energetische Situation zu erfassen, ein Gleichgewicht/Gesundheit in umfassenderem Sinn wiederherzustellen. Kurze Einführung durch Dr. Eustachi: Häufig Streßintoleranz/ ÜBERFORDERUNG ("MCS" etc),Yin-Lehre, Hitzeneigung; Puls-/ZungenHaut-(kolorit),Schweiß-/Urin-/Stuhl-Diaqnose;

NEUE Ansätze in Umweltmedizin: Nicht mehr teure akribische Suche nach toxischen Einzelsubstanzen sondern Entwicklung von Testsystemen analog AMES-Test, um durch sensible biologische Tester (s. Kanarienvogel in der Goldmine) Belastung nachzuweisen, z.B. "Drosophila"-Testsysteme (Frau Dr. Fuchs, Labor Runnebaum). Es fehlen noch viele Standards in der Umweltmedizin, "gute Therapien" mit gesicherter Wirkung.
Neu: Malondialdehyd-Nachweis als Maß für den oxidativen Streß (indirekter Hinweis auf Umweltbelastung u. a.)

4. Kurzvorstellung erste Ergebnisse Studie Bilger/Musselmann: Teilnehmer meist im QZ Umweltmedizin, relativ wenig Patinenten/Quartal, etwa 50% d. "Umweltpatienten" vorwiegend psychisch krank, etwa 1-10 Umweltberatungen/Quartal; mehr Beratung von Ärzten gewünscht, aber Zeit/Geldproblem; Praxen meist < Durchschnitt, oft NHV.

5. Zukunft Qualitätssicherung? VERNETZUNG als Qualitätsprinzip, Dr. Bilger berichtet vom Kongreß an der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in D'dorf 4/99; Qualität hat auch ihren Preis, nicht nur mehr fordern (von Kassenseite heute oft geübt), Vergütung fehlt noch. Ab 1.7.99 Labordiagnostik im Umweltbereich unmögl. wg. Budgetierung. MUß AUßERHALB VOM BUDGET VERGÜTET WERDEN!!

Für nächsten QZ: Standardisierung von QZ nötig, damit interessanter Austausch auf hohem Niveau, nicht nur "Plausch". Struktur-/ Prozeßqualität. Dr. Eustachi stellt TCM näher vor.

Für alle ein anregender Abend, der die Zeit vor Ferien wert war!

Protokoll: Dr. Berthold Musselmann